Idee

Bewegungsfreiheit einfordern!

Der Bundespolizei ist es heute zu verdanken das eine umfangreich vorbereitete Kundgebung für Bewegungsfreiheit unmöglich gemacht wurde.

Wir wollen uns davon nicht unterkriegen lassen und werden dieses Ereignis einmal mehr als Anlass nehmen uns zu vernetzten und in diesen Fall auch den Rechtsweg zu nutzen um unsere Anliegen durchzusetzen. Für heute bleibt uns nur noch die Möglichkeit auf die Critical Mass zu verweisen (Treffpunkt 16h30 Schwarzenbergplatz) und unser Recht auf Bewegung dort einzufordern. (http://www.criticalmass.at)

In diesem Sinne: passt aufeinander auf und – in kürze gibt es mehr von uns (ja auch mit Straßenfest, vollen Programm, allen Inhalten, usw.);

keep moving;
das OrgaTeam

Text zu Rassimus

Rassismus?

Nicht nur wer Gewalt gegen Menschen anderer (sozialer) Herkunft oder Hautfarbe ausübt oder meint, dass „die Tschuschn olle hamgehn soin“ vertritt rassistische Positionen.

Rassismus wird oft und vielleicht sogar häufiger im Stillen ausgeübt. Viele Leute verhalten sich dementsprechend, und merken es in vielen Fällen selbst nicht.
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Text zum Strassenfest

Am 15.5.09 ist es wiedereinmal soweit.

Wir, ein Bündnis aus verschieden Gruppen die in Wien uns anderswo aktiv sind, treten in den öffentlichen Raum um unseren Anliegen auf vielfältiger und in schwarzbunter Manier Ausdruck zu verleihen.

„moving culture – moving people“ Fest für Bewegungsfreiheit ist der Titel unter dem wir dieses mal unseren Protest auf die Straßen Wien´s tragen.

Bewegungsfreiheit steht hierbei für vielerlei, da ist die massive Überwachung öffentlichen Raumes, die eingeschränkte Reisefreiheit für viele Menschen weltweit, die ungleiche Verteilung von Ressourcen, die fehlende Möglichkeit gewünschte Kulturformen leben zu können und (leider) viele weiteren Punkte.

Es gibt also viele Menschen deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.

Betroffen davon sind Migrant_innen. Vielen wird der Aufenthalt in den Ländern, in die sie fliehen (wollen) verwehrt. Manche scheitern an den Staatsgrenzen, ertrinken auf hoher See, oder werden „abgedrängt“ – andere werden von der Fremdenpolizei aufgegriffen und in Schubhaft gesteckt, mitunter mehrere Jahre lang. Oder sie werden in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt. Wenn sie dann „bleiben dürfen“ gibt es eine Vielzahl an Sondergesetzen, die ihre Freiheiten einschränken und sie strukturell diskriminieren.

Betroffen davon sind Obdachlose. Wenn es nach der Stadtpolitik und vielen Bewohner_innen Wiens geht sollen diese aus dem Straßenbild verdrängt werden. Sie passen nicht in das Bild einer modernen (touristischen) Großstadt. Sie sollen weder zahlungskräftigen Tourist_innen noch der ortsansässigen Bevölkerung durch ihre Präsenz in Erinnerung rufen, wie ungleich dieses System, an dem sie selbst auch beteiligt sind, ist. Gerade in letzter Zeit wird wieder verstärkt gegen Bettler_innen vorgegangen.Im U-Bahnbereich gibt es diskriminierende Durchsagen und in den Medien wird das Bild von organisierten „Bettelbanden“ konstruiert, die es so nicht gibt.

Betroffen davon sind Fahradfaher_innen. Ihnen wird es in dieser Stadt schwer gemacht. Auf sie wird im Straßenverkehr viel zu wenig Rücksicht genommen, oftmals wird fahrlässig geplant . Jährlich sterben deswegen Menschen auf Wiens Straßen, und selbst der Versuch, ihnen mittels “ghost bikes” Denkmäler zu setzen, wird nicht geduldet. Auch bieten Fahrräder eine reale ökologische Alternative zum massiven Individualverkehr mittels Autos und überhöhten Ticketpreisen im öffentlichen Nahverkehr. Dies gehört gefördert damit die Stadt endlich Autofrei und damit lebenswerter wird.

Betroffen davon sind Kulturarbeiter_innen. Projekte und Menschen brauchen Raum, um sich entfalten zu können. Wien ist in den Köpfen Vieler mit Kunst und Kultur verbunden. Allerdings wird in dieser Stadt kaum gefördert, was nicht kommerziell oder touristisch verwertbar ist.

Als alternativ geltende Orte, wie z.B. das Museumsquartier, WUK, Arena, Flex sind etabliert, kommerziell, unflexibel sowie starr ausgerichtet. Die Stadt Wien verweigert seit Jahren Gelder und Ressourcen für freie Kulturprojekte. Wer verhandelt oder um Hilfe ansucht wird wie im Falle des 2007 geschlossenen „Movimento“ ins Leere geschickt und die Stadt sieht beim sterben zu.  

Betroffen davon sind viele!



Da nicht damit gerechnet werden kann, dass die verschiedensten Einschränkungen der Bewegungsfreiheiten von der herrschenden Politik freiwillig geändert wird, müssen wir selbst dafür sorgen, dass dies passiert.